„blüten.klänge – himmelwärts“ hieß der Augen- und Ohrenschmaus, zu dem sich die Pfälzer Bläser auf der Landesgartenschau in Landau am 12. Juli eingefunden hatten. Es war ihr 22. Landesposaunenfest. Christian Syperek hatte das Fest mit seinem Team „gründlich und inspirierend“ vorbereitet, befand Landesobmann Martin Anefeld. Schirmherrin war die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Was für ein wunderschöner Tag“ begeisterte sich ihr Staatsminister Gerhard Robbers während der Feier, zu der auch eine Abordnung von Bläsern aus Anhalt mit LPW Steffen Bischoff angereist war.

So gab es inmitten der Schönheiten des Gartenschau-Geländes ein “kongeniales Zusammentreffen von Blüten und Klängen“. Diese Worte fand Oberkirchenrat Manfred Sutter während der Feierstunde. Auf der Basis des allen Bläsern bekannten 98. Psalms („Jauchzet dem Herrn mit Trompeten und Posaunen“) lobte er die etwa 500 Mitwirkenden für ihr Engagement. Die Töne der Instrumentengruppen verglich er mit den Farben des Regenbogens. Sutter forderte auf, das bläserische Gotteslob glaubwürdig zu machen durch Eintreten für Gerechtigkeit. So geht die Kollekte der Feierstunde zur Hälfte an eine Deidesheimer Organisation „Freunde für Flüchtlinge“

Zu den Bläsern zählen – und das ist lange Tradition in der Pfalz – auch die Blockflöten, die unter Heidrun Baurs Leitung ihren unvergleichlich warmen Ton in das fundamental festliche Blech zauberten. Im Kirchenpavillon begleitete eine Auswahl Holzbläserinnen den von Martin Anefeld geleiteten Gottesdienst. Und Alt-LPW Traugott Baur war nicht nur Mitwirkender mit seiner imposanten Basstrompete: Der weiter von ihm geleitete Seniorenbläserkreis gab am gleichen Ort ein fröhlich temperiertes Konzert mit einem Querschnitt durch Spirituals, Volkslieder und geistliche Musik.

Im Pavillon glänzte auch Armin Schaefers Nordbadisches Bläserensemble. Es stellte einem mit Anerkennung nicht geizenden Publikum hochkarätige Bläser-Literatur vor. Besondere Beachtung fand die Verwendung eines Alphorns im Bläsersatz.

Die „NeWBrass-Bigband“ aus Neustadt/Weinstraße gehörte ebenfalls zum Landesposaunenfest. Ralph „Mosch“ Himmler  sorgte mit seiner Formation für den klassischen Sound dieses Genres, der bei den Besuchern auf dem großen Gelände sehr gut ankam.  

Jürgen Pfiester hatte für das Fest die Posaunentags-Fanfare komponiert, selbstverständlich mit Integration der Blockflöten. In einer weiteren „Himmelwärts“ genannten Komposition verband er die Fanfare mit einem Quodlibet der Lieder, die während der Feier gespielt und gesungen wurden. Zusätzlich forderte er die Teilnehmer mit einer Bearbeitung von „Die Himmel erzählen“ aus Joseph Haydns „Schöpfung“ zu konzentrierter Mitarbeit heraus. Alle Werke Pfiesters sind auf das pfälzische Landesposaunenfest hin komponiert, weisen aber weit über diesen Anlass hinaus und beteiligen natürlich auch die Jungbläser angemessen.

Das Fest begann am Vortag in der voll besetzten Landauer Stiftskirche. Hier hatten beim Eröffnungskonzert vor allem Auswahlchöre das Sagen: Heidrun Baur mit ihren „Si dolce“ genannten Flötistinnen, der Jugendposaunenchor unter Leitung vom LPW und Greta Baur sowie schließlich Christian Syperek mit dem Pfälzischen Blechbläserensemble. Dazu traten Felix Zeller an den Pauken und der Organist Stefan Viegelahn. Das Konzert wurde in der Presse als „wahrhaft himmlisches Vergnügen“ bewertet. „Landesposaunenwart Christian Syperek präsentierte in sympatisch uneitlem Gestus eindrucksvoll die Früchte hochklassiger Bläserarbeit“, hieß es im Bericht der „Rheinpfalz“. Die von seinem Vorgänger zur Blüte gebrachte Posaunenchormusik werde von Syperek nachhaltig und zukunftsweisend weiterkultiviert.

Eckhard Fleischmann